Kleingartenanlage Frommannkaserne Ludwigsburg
 
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Kleingärten in sozialer Verantwortung

In Artikel 24 der Internationalen Menschenrechtserklärung heißt es:

"Jeder hat das Recht auf Erholung und Freizeit...."

Allzu viele Mitbürger haben in der gegenwärtigen Zeit hoher Arbeitslosigkeit, der Frühverrentung und zunehmender Einschnnitte in das soziale Netz erhebliche Probleme, mit ihrer ungewollten Freizeit  sinnvoll umzugehen. Andere haben erhebliche Integrationsprobleme. Sie kommen als Aus- oder Umsiedler, zum Teil ohne ausreichende Kentnisse der deutschen Sprache, in eine für sie völlig fremde Umgebung und Lebenssituation.  Andere wiederum finden sich plötzlich als Ausländer in einem vollkommenen fremden Kulturkreis und wissen sich ihren engsten Nachbarn nicht zu nähern.

Junge Familien in den Ballungsgebieten sind oft genug gezwungen, in menschenfeindlichen, riesigen Wohnmaschinen ihre Kinder aufwachsen zu sehen, ohne, dass sie die Möglichkeit hätten, mit ihnen die Wochenenden im Grünen zu verbringen oder sich nur gelegentlich einen Urlaub zu gönnen. Ihre Spielplätze liegen meist inmitten von Betonwüsten.

Langweile, Frustration und oft zunehmende Gewaltbereitschaft sind die Folgen. Oberflächlichkeit und Kälte bestimmen weitgehend das Bild unserer Gesellschaft. Vereinsamung inmitten von menschenmassen ist für viele die Folge. Hinzu kommt vielfach die finanzielle Not, die viele unserer Mitbürger von zahlreichen gesellschaftlichen Kontaktmöglichkeiten von vornherein ausschließt. Wirtschaftlicher und sozialer Abstieg sind allzu oft die Folgen. Die Tätigkeiten im kleingarten sind vielseitig. Der Erfolg eigener Hände Arbeit wird sichtbar.

Auch wenn man aus dem Berufsleben vorzeitig ausgeschieden ist, kann man hier seine Fähigkeiten bei praktischer Arbeit im eigenen Garten oder bei der Gemeinschaftarbeit noch unter Beweis stellen.

Hier wird ihm sichtbar der Eindruck vermittelt, dass er noch gebraucht wird. Der gesellschaftliche Anschluss geht auf diese Weise nicht verloren. Das Selbstwertgefühl bleibt auch nach dem Verlust der Arbeitsstelle erhalten.

Nicht zuletzt bietet der Kleingarten einen Ausgleich für Defizite im Wohnbereich. Der gemeinsame Aufenthalt an der frischen Luft, die Gemeinsamkeit mit anderen Familien, das gemeinsame Erleben vom Wachsen und Werden in der Natur, die ungezwungenen Spielmöglichkeiten für Kinder ohne Gefährdung haben gerade für junge Familien eine nicht zu unterschätzende Bedeutung.

Ohne Unterstützung durch Politik und Verwaltung ist das segensreiche Wirken der Kleingärtnerorganisationen auch in sozialpolitischer Hinsicht gegen die Begehrlichkeiten der Grundstückseigentümer und Planungsabsichten der Gemeinden oft nicht zu verteidigen. Dies bewusst zu machen und die erforderliche unterstützung dafür einzufordern ist unsere Absicht.


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